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Detaillierte Informationen zur Neuausrichtung der Bundeswehr

Schwarzenfeld: Über 150 Besucher kamen zum sicherheitspolitischen Vortrag „Neuausrichtung der Bundeswehr“, um sich auf den neuesten Stand zu bringen. Der Vorsitzende des Arbeitskreises Sicherheitspolitik des CSU Kreisverbandes Schwandorf Peter Wunder eröffnete die Veranstaltung mit einer kurzen Einführung. Dabei begrüßte er die Bürgermeister Manfred Rodde aus Schwarzenfeld und Arnold Kimmerl aus Pfreimd, sowie Oberstleutnant Bernd Henn Lehrgruppenkommandeur in Weiden, Oberstleutnant Norbert Kopf Kommandeur Panzerbataillon 104 in Pfreimd und General a.D. Hans Scriba.

Peter Wunder informierte über den neuen Umfang der Streitkräfte und die Auswirkungen in Bayern. Von den 185.000 Soldatinnen und Soldaten und ca. 55.000 zivilen Mitarbeitern werden bis 2017 noch ca. 34.000 in Bayern stationiert sein. Das Herr wird mit einer der drei verbleibenden Divisionen und zwei der verbleibenden 8 Brigaden in Bayern gut vertreten sein. Besonders dankte er allen Oberpfälzer Abgeordneten, die sich mit einer positiven Strategie für die Heimatstandorte eingesetzt hatten, die alle erhalten bleiben. "Unsere positive Strategie bestand darin, die Standortvorteile deutlich hervorzuheben und nicht über Arbeitsplätze und Strukturprobleme zu jammern. Wir alle wollen weiter dafür sorgen, dass unsere Soldaten hier gut leben können und dass sie sich hier zu Hause fühlen," so der ehemalige Bundeswehroffizier.

Als Referent konnte er Oberst i. G. Norbert Wagner vom Führungsstab des Heeres im Bundesverteidigungsministerium begrüßen. Der ehemalige Pfreimder Kommandeur war Leiter der Arbeitsgruppe „Heeresentwicklung“, die drei Jahre an der neuen Struktur gearbeitet hat. Das Ergebnis trug er mit viel Hintergrundwissen dem gebannt lauschenden Publikum vor: "Anders als bei den bisherigen Reformen begannen wir diesmal einer Defizit-Analyse, ergänzt durch die wesentlichen Gründe der Neuausrichtung. Dies sind die Aussetzung der Wehrpflicht, Einsatzerfahrungen, nachhaltige Finanzierbarkeit und ein neues strategische Konzept der NATO."

Ausführlicher ging der Referatsleiter auf das neue Aufgabenspektrum: Stabilisierung, Bündnisverteidigung, Heimatschutz, humanitäre Operationen, Kooperation und die nationale Krisenvorsorge ein. Ziel ist es etwa 10.000 Soldaten gleichzeitig im durchhaltefähigen Einsatz in bis zu zwei Einsatzgebieten und einem maritimen Einsatz stellen zu können, zurzeit sind es etwa 7.000 bis 8.500.

Das Heer ist weiterhin der wesentliche Träger der Einsätze. Einsatzorientierte Strukturen, Modernität und Attraktivität sind die Leitgedanken der Neuausrichtung. Um das gesamte Spektrum abzudecken zu können sind eine Vielzahl an Rahmenbedingungen und Gestaltungsprinzipien notwendig. Dazu gehören Durchhalte-, Durchsetzungs- und Reaktionsfähigkeit, sowie die Stärkung der Verbände durch kleine Kampfgemeinschaften."

Um die Attraktivität des Soldatenberufes weiter zu erhalten wird für zukünftige Auslandseinsätze nach dem 4/20er Modell verfahren. Das heißt, vier Monate Einsatz und 20 Monate Truppendienst (Nach- und Vorbereitung, Ausbildung und vor allem auch Zeit für die Familie). Damit dieses Modell auch Durchhaltefähigkeit besitzt, wurde der sechsfache Faktor gebildet. Das wird im Heer mit etwa 57.600 Soldaten in sechs Brigaden gewährleistet. Mit einem größeren, qualitativ verbesserten Brigadestab bilden Jäger-, Gebirgsjäger-, Panzergrenadier-, Panzer-, Aufklärungs-, Pionier- und Versorgungsbataillone diese Verbände. Mit zwei Divisionsstäben will man sicherstellen, dass für Einsätze in multinationalen Stäben kein Personal aus den Verbänden entnommen werden muss. Dazu kommt noch die Division Schnelle Kräfte mit zwei Fallschirmjägerregimentern, dem Kommando Spezialkräfte und den Hubschraubern des Heeres. Geführt wird im Kommando Heer, aufgebaut aus dem ehemaligen Führungsstab des Heeres und dem Heeresführungskommando, das in Straußberg seinen Sitz haben wird.

In seinen Ausführungen ging Oberst i. G. Wagner auch auf die zukünftige Gliederung der Reservisten ein, die in drei Kategorien gegliedert wird. Die Truppenreserve verstärkt die aktiven Verbände im gesamten Einsatzspektrum, die Territoriale Reserve entlastet die aktive Truppe im Heimatschutz und die allgemeine Reserve, die alle nicht beorderten Reservisten umfasst.

"Mit dieser Neuausrichtung ist es gelungen, die Kernfähigkeiten des Systems Heer auszubauen und trotz Reduzierung besser ausgebildete Streitkräfte für die zukünftigen Aufgaben zur Verfügung zu haben. Gleichzeitig wurde langfristig die Einsatzfähigkeit gestärkt. Geplant ist in einer harmonisierten Umgliederung Planungssicherheit und Handlungsfreiheit aufrecht zu halten. Neu ist, dass diesmal von oben begonnen wird. Das umstrukturierte Bundesministerium soll ab April 2012 arbeitsbereit sein. Die Arbeitsbereitschaft für die Kommandoebene wurde auf Ende 2012 datiert, die weiteren Verbände folgen unter Berücksichtigung der Auslandseinsätze. Für den Erhalt der Panzerbrigade 12 „Oberpfalz“ sprachen optimale Ausbildungs- und Übungsmöglichkeiten, die Nachwuchsgewinnung und die Einbindung der Familien in die Region," freute sich der ehemalige Pfreimder Kommandeur.

Es schloss sich eine angeregte Diskussion an, bei der mehrere Zuhörer unter anderem auch General Hans Scriba den ausführlichen und informativen Vortrag von Oberst Wagner lobten. (gdl)

Viele Zuhören kamen zum Vortrag über die Neuausrichtung der Bundeswehr nach Schwarzenfeld. (gdl)

Viele Zuhören kamen zum Vortrag über die Neuausrichtung der Bundeswehr nach Schwarzenfeld. (gdl)

ASP Vorsitzender Peter Wunder bedankte sich mit Präsenten bei Oberst Wagner. (gdl)

ASP Vorsitzender Peter Wunder bedankte sich mit Präsenten bei Oberst Wagner. (gdl)

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